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Bürgerschaft wird beim Thema Ganztagesschule beteiligt
Dass die Bühl-Grundschule in Dornstadt spätestens zum Schuljahr 2028/2029 zur Ganztagesschule werden soll, hat der Gemeinderat bereits im Oktober vergangenen Jahres beschlossen. Offen ist noch die Frage, ob das Ganztagesmodell in Wahlform oder in Pflichtform umgesetzt wird. Und offen ist auch die Frage, wie es mit dem Grundschul-Außenstandort Bollingen weitergeht. Vor einer Entscheidung in diesen Fragen will die Gemeinde die Bürgerschaft umfassend beteiligen.
Informationen über regionale Modellschule
Die Schulentwicklung in Dornstadt war zuletzt auch Thema im Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Soziales. Tanja Glöggler, Rektorin der Eduard-Mörike-Grundschule Blaustein, stellte in der Sitzung die verpflichtende Variante einer Ganztagesschule vor. Die Ratsrunde nahm die Informationen über die regionale Modellschule zur Kenntnis, will sich im weiteren Verlauf aber auch noch ausführlich mit der freien Variante der Ganztagesschule befassen.
Varianten haben Vor- und Nachteile
Ein Ganztagesmodell an einer Schule reicht von drei Tagen mit sieben Stunden bis hin zu fünf Tagen mit acht Stunden. Wird das Modell in Wahlform angeboten, bedeutet das, dass Eltern in gewissen Abständen auswählen können, ob sie ein Ganztagesmodell für ihr Kind wünschen. Der Vorteil: Flexibilität für die Eltern. Nachteile: unterschiedliche Klassenformen und ein hoher Organisationsaufwand. Die verbindliche Form würde dagegen für alle Schülerinnen und Schüler gelten. Die Vorteile: Bildungsgleichheit unter allen Schülern und einfachere pädagogische Planbarkeit.
Auswirkungen auf den Außenstandort
Die Wahl des Ganztagesmodells hat auch Auswirkung auf den Außenstandort Bollingen, der mit der Grundschule im Kernort eine organisatorische Einheit bildet. Würde das freiwillige Ganztagesmodells gewählt, wäre der Außenstandort nicht direkt betroffen. Allerdings entspricht der bauliche Zustand des Gebäudes, in dem derzeit die 1. und 2. Klasse mit jeweils maximal 15 Kindern unterrichtet werden, in Teilen nicht mehr heutigen Ansprüchen. Eine grobe Schätzung der Verwaltung geht davon aus, dass für eine umfassende Modernisierung Investitionen in Höhe von rund zwei Millionen Euro nötig wären.
Bildungscampus wird derzeit umstrukturiert
Ein verbindliches Ganztagesmodell würde auch in Bollingen gelten müssen. Das ist unter den jetzigen Bedingungen aber nicht möglich. Von daher wäre zu prüfen, ob eine Rückführung aller Grundschulklassen an den Bildungscampus am Kernort sinnvoll und machbar wäre. Dort laufen derzeit Planungen für größere Umstrukturierungen und Modernisierungen.
Das Thema ergebnisoffen diskutieren
Im Moment ist über die Frage der Schulform aber ebenso wenig eine Entscheidung getroffen wie über die Zukunft des Außenstandorts Bollingen. Der Gemeinde ist es wichtig, das Thema transparent und ergebnisoffen zu diskutieren und die Bürgerschaft zu beteiligen. Diesen Part soll die „Servicestelle Dialogische Bürgerbeteiligung“ des Landes Baden-Württemberg leiten, die sich in der jüngsten Ausschusssitzung vorgestellt hat. Ihre Aufgabe wird es sein, in einem mehrstufigen Prozess Empfehlungen für den Gemeinderat zu erarbeiten.
Verständnis für unterschiedliche Perspektiven
Dank einer Landesförderung entstehen der Gemeinde dafür keine Kosten. In dem Beteiligungsprozess, begleitet von einem Moderationsbüro, werden in einem ersten Schritt zentrale Interessengruppen zu einem Runden Tisch eingeladen, um Verständnis für die verschiedenen Perspektiven zu schaffen: Gemeinderat, Schulleitung, Verwaltung, Vertreter der Lehrkräfte, Eltern von Schulkindern. Es werden Themen gesammelt, die rund um das Thema Grundschule relevant sind, wobei der Fokus auf der Ganztagesschule sowie dem Standort Bollingen liegt. Die Sammlung wird dann zu einer Themenlandkarte zusammengestellt.
Themenlandkarte hilft dem Arbeitskreis
Diese Themenlandkarte wird auf dem Beteiligungsportal BW online veröffentlicht. Alle interessierten Personen können sie dort kommentieren und ergänzen. Zugleich dient die Themenlandkarte dem Arbeitskreis, der in einem nächsten Schritt gegründet wird, als Agenda. Dieser Arbeitskreis trifft sich zu drei Sitzungen, jeweils mit Inputs von Experten. Er wird Vor- und Nachteile der verschiedenen Grundschul-Modelle herausarbeiten, die mögliche Standortschließung diskutieren und letztlich Empfehlungen für den Gemeinderat entwickeln.
Ergebnisse werden öffentlich vorgestellt
Der Arbeitskreis mit etwa 15 Personen soll ausgewogen besetzt sein. Gemeinde- und Ortschaftsräte werden dazugehören, Vertreter der Verwaltung, der Schulleitungen und der Eltern. In einer öffentlichen Präsentationsveranstaltung werden die Ergebnisse des Arbeitskreises am Ende vorgestellt und dem Gemeinderat vor dessen endgültiger Entscheidung übergeben. Laut vorläufigem Zeitplan könnte diese Übergabeveranstaltung im November stattfinden.
