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Kommunale Krisenvorsorge gewinnt an Bedeutung
Krisen und Bedrohungslagen gibt es reichlich auf der Welt, und in vielen Fällen können sie Auswirkungen bis auf die kommunale Ebene haben. Extremwetterereignisse, Störungen der Energieversorgung oder auch Gefährdungen durch Cyberangriffe sind da nur einige Stichworte. Der Gemeinde Dornstadt ist es deshalb wichtig, auf Krisenszenarien verschiedenster Art vorbereitet zu sein. Was in Sachen „kommunale Krisenvorsorge“ bisher erarbeitet wurde, war jetzt Thema im Ausschuss für Verwaltung, Finanzen und Soziales.
Rahmenbedingungen verändern sich rasant
Vor dem Hintergrund, dass sich die sicherheitspolitischen, klimatischen und technischen Rahmenbedingungen spürbar verändern und Krisenszenarien vielfältiger und dynamischer werden, gehört eine leistungsfähige Krisenvorsorge aus Sicht von Verwaltung und Gemeinderat zu den elementaren Aufgaben einer Kommune. Denn die Landkreise, Städte und Gemeinden tragen eine Mitverantwortung beim Bevölkerungsschutz und sind gerade im Hinblick auf die kritische Infrastruktur zentrale operative Ebenen.
Zusammenarbeit mit überörtlichen Stellen
In den vergangenen Monaten hat sich die Verwaltung Gedanken über konkrete Risiken für die Gemeinde und mögliche organisatorische und technische Vorsorgemaßnahmen entwickelt. Zudem ging es um die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit mit überörtlichen Stellen und die Nutzung möglicher Synergien. Nicht zuletzt wurden vier Krisenszenarien konkret ausgearbeitet. Sie bilden die Grundlage für die Fortschreibung der gemeindlichen Krisenplanung. Indem nach und nach weitere Szenarien analysiert und in die Vorsorgeplanung eingearbeitet werden, wird die Resilienz der Kommune verstärkt.
Materiallager im Anbau für die Feuerwehr
Ein konkreter Maßnahmenvorschlag ist die Einrichtung eines sogenannten kommunalen Krisenlagers, das zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr genutzt werden soll. Das gemeinsame Materiallager für Feuerwehr und Bevölkerungsschutz soll im geplanten neuen Anbau an die Feuerwehrhalle untergebracht werden. Als Platzbedarf wurden circa 200 Quadratmeter ermittelt. Seitens der Feuerwehr könnten Ausrüstungsgegenstände wie Pumpen, Rollwagen, Wassersauger, Schläuche, Zelte und diverses Übungsmaterial eingelagert werden. Für den Bevölkerungsschutz sind Notstromaggregate denkbar, Lampen, Kabeltrommeln, Notheizungen, Feldbetten, Decken, Infopoint-Zelte und manches mehr.
Beide Seiten werden profitieren
Das gemeinsame Lager bietet für beide Seiten klare Vorteile. Das Magazin ist rund um die Uhr erreichbar, die Ausstattung wird gebündelt an einem Ort vorgehalten und kann flexibel von allen genutzt werden. Die vorhandene Infrastruktur – etwa Hochregallager, Toiletten und Büroräume – wird gemeinsam genutzt. Auch bei Geräten und Technik entstehen Synergien: Statt zwei Staplern wird nur einer benötigt. Zudem ist die fachgerechte Wartung der Geräte durch den hauptamtlichen Gerätewart sichergestellt. Die Feuerwehr verfügt darüber hinaus über ausreichende Transportmöglichkeiten. In der Ausschusssitzung wurde die Konzeption und schrittweise Einrichtung des Krisenlagers dann auch befürwortet. Die Finanzierung von Anbau und Krisenlager ist in den Jahren 2027 bis 2029 im Haushalt vorgesehen.
Krisenplanung soll fortgeschrieben werden
Auf der Grundlage der vier priorisierten Krisenszenarien, die von der Verwaltung ausgearbeitet wurden, spricht sich der Ausschuss dafür aus, weitere relevante Szenarien zu entwickelt und die Krisenplanung kontinuierlich fortzuschreiben. Im Moment gibt es Einsatzpläne mit Checklisten und konkreten Handlungsmaßnahmen für die Krisenszenarien „Stromausfall“ und „Amok/Terrorlage“ sowie einen Aktionsplan, wie sich die Menschen bei extremer Hitze schützen können. Dazu kommt das Starkregenrisikomanagement, das vom Bauamt und dem Ingenieurbüro Wassermüller erarbeitet und bis Mitte/Ende 2026 fertiggestellt sein wird. Bereits 2025 wurden Flyer für „Notfalltreffpunkte“ im Katastrophenfall und zum „Verhalten in Krisensituationen“ erstellt. Die Schilder für die Notfalltreffpunkte sollen im ersten Halbjahr 2026 angebracht werden.
