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Gemeinde fordert leistungsfähigeren Nahverkehr
Mit rund 477.000 gefahrenen Kilometern und etwa 480.000 Fahrgästen gehört die Buslinie 49 zu den leistungsstärksten Regionalbuslinien im Alb-Donau-Kreis. Nach Einschätzung der Gemeinde Dornstadt sind ihre Kapazitäten jedoch ausgeschöpft. Deshalb ist eine grundlegende Überarbeitung des Nahverkehrskonzepts notwendig. Darauf weist die Gemeinde in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des Nahverkehrsplans hin, der der Gemeinderat zugestimmt hat. Darin bringt die Gemeinde ihre Anregungen und Forderungen in das laufende Fortschreibungsverfahren beim Landratsamt Alb-Donau-Kreis ein. Außerdem im Fokus stehen unter anderem die Anbindung der Dornstadter Höfe und des Gewerbegebiets Himmelweiler.
Dornstadt als wachsender Schwerpunkt im Ulmer Norden
Dornstadt nimmt im Ulmer Norden eine zentrale Rolle ein. Die Gemeinde ist Unterzentrum sowie bedeutender Schul-, Wohn- und Wirtschaftsstandort und erfüllt wichtige Funktionen auch für die umliegenden Kommunen. Die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung verläuft dynamisch. Aus Sicht der Gemeinde muss sich das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs an diese Entwicklung anpassen und mit den veränderten Anforderungen Schritt halten.
Linie 49 im Fokus der Stellungnahme
Ein Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Buslinie 49. Mit ihrer hohen Fahrleistung und Nachfrage nimmt sie im Vergleich zu anderen Regionalbuslinien eine Spitzenposition im Alb-Donau-Kreis ein. Nach Auffassung der Gemeinde sind die vorhandenen Kapazitäten weitgehend ausgeschöpft. Gleichzeitig wird die Linie derzeit eigenwirtschaftlich betrieben. Diese Form der Konzession lässt während der Laufzeit nur eingeschränkte Anpassungen zu. Die Gemeinde sieht darin ein Hindernis, um kurzfristig auf veränderte Bedarfe reagieren zu können.
Die Gemeinde spricht sich daher für eine strukturelle Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots im Raum Dornstadt aus. In der Stellungnahme regt sie an, die Vorschläge aus dem Verkehrskonzept „Ulmer Norden/Dornstadt“ im Nahverkehrsplan 2026 zu berücksichtigen. Gemeinsam mit dem Alb-Donau-Kreis und der Gemeinde Beimerstetten soll ein Stufenkonzept erarbeitet werden, mit dem einzelne Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden können. Ein Abwarten bis zur nächsten Fortschreibung des Nahverkehrsplans sieht die Gemeinde kritisch.
Dornstadter Höfe und Gewerbegebiet Himmelweiler
Mit dem neuen Quartier „Dornstadter Höfe“ entsteht in Dornstadt perspektivisch Wohnraum für rund 1.600 Menschen. Das Quartier ist Teil des Ortsteils Dornstadt und führt zu einem deutlichen Bevölkerungszuwachs. Parallel dazu kommt dem Gewerbegebiet Himmelweiler als Arbeitsstandort eine hohe Bedeutung zu, unter anderem durch zahlreiche Einpendlerinnen und Einpendler.
Nach Auffassung der Gemeinde besteht ein enger räumlicher und funktionaler Zusammenhang zwischen dem Bahnhof Beimerstetten, dem Gewerbegebiet Himmelweiler und den Dornstadter Höfen. Die Gemeinde sieht hier zusätzlichen Planungsbedarf und verweist auf Vorschläge aus der Studie „Ulmer Norden/Dornstadt“. Sie regt an, die Dornstadter Höfe als Achse im Sinne der Netzkonzeption einzuordnen, alternative Linienführungen zur Entlastung der Linie 49 zu prüfen und eine zusätzliche Verbindung zwischen Bahnhof, Gewerbegebiet und Wohnquartier zu schaffen. Ziel ist es, die Planungen vor der Aufsiedlung des Gebiets abzuschließen.
Anschluss an den Bahnhof Merklingen
Auch der Anschluss an den Bahnhof Merklingen ist Teil der Stellungnahme. Die Gemeinde begrüßt die angestrebte Verlängerung der Linie 49 bis zum Bahnhof Merklingen. Damit ließe sich eine umsteigefreie Anbindung aller Ortsteile an den Schienenverkehr herstellen. Aus Sicht der Gemeinde könnte ein Wechsel der Linie 49 in eine gemeinwirtschaftliche Konzession eine frühere Umsetzung ermöglichen und zugleich wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen.
Weiteres Verfahren
Die Stellungnahme der Gemeinde Dornstadt ist Teil des laufenden Beteiligungsverfahrens zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans 2026. Die Gemeinde geht davon aus, dass die eingebrachten Punkte im weiteren Verfahren geprüft und mit dem Alb-Donau-Kreis abgestimmt werden.
