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Neujahrsempfang der Gemeinde Dornstadt
Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Dornstadt hat Bürgermeister Rainer Braig die Bürgerinnen und Bürger auf das neue Jahr eingestimmt und dabei zentrale Herausforderungen, Entwicklungen und Perspektiven für die Gemeinde aufgezeigt. In seiner rund halbstündigen Rede verband er Rückblick und Ausblick – und stellte ein Thema bewusst in den Mittelpunkt: Vertrauen.
„Vertrauen ist etwas, über das wir selten sprechen und das uns doch jeden Tag begleitet“, sagte Braig zu Beginn. Vertrauen sei eine grundlegende Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Handlungsfähigkeit – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit, komplexer Entscheidungen und einer zunehmend polarisierten Debattenkultur.
Ehrliche Einordnung der politischen und finanziellen Lage
Der Bürgermeister ging auch auf die welt- und innenpolitischen Rahmenbedingungen ein. Viele der Herausforderungen des vergangenen Jahres seien weiterhin präsent. „Viele sagen mir in Gesprächen ganz offen: Man weiß gar nicht mehr, was man eigentlich noch glauben soll“, so Braig. Genau hier werde Vertrauen „systemrelevant“.
Für die Kommunen habe diese Entwicklung sehr konkrete Folgen. Wachsende Aufgaben träfen auf begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. Auch in Dornstadt sei die finanzielle Lage angespannt. Steigende Pflichtaufgaben, höhere Umlagen, Tarifsteigerungen sowie steigende Energie- und Sachkosten führten zu enger werdenden Spielräumen.
Braig betonte dabei die Notwendigkeit einer ehrlichen und transparenten Kommunikation: „Konsolidierung ist kein Selbstzweck, sondern ein verantwortungsvoller Weg – und Ausdruck von Verantwortung gegenüber den nächsten Generationen.“ Vertrauen entstehe nicht durch Beschönigung, sondern durch Verlässlichkeit.
Auch die zusätzlichen Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes ordnete der Bürgermeister realistisch ein: „Über zwölf Jahre erhält Dornstadt rund 5,7 Millionen Euro, während wir in diesem Zeitraum Investitionen von etwa 80 Millionen Euro stemmen müssen. Die eigentliche Herausforderung sind die strukturellen Defizite im laufenden Haushalt.“
Zentrale Projekte und Entwicklungen in Dornstadt
In einem kompakten Überblick stellte Braig anschließend ausgewählte kommunale Schwerpunkte vor – bewusst als Ausschnitt. „Die Projekte, die ich Ihnen jetzt vorstelle, sind stellvertretend für viele weitere Themen, an denen wir arbeiten“, so der Bürgermeister.
Im Bereich der städtebaulichen Entwicklung nannte er die Dornstadter Höfe als eines der zentralen Zukunftsprojekte, für das 2025 fristgerecht ein Antrag auf Städtebauförderung gestellt wurde. Ein weiterer Schwerpunkt sei das Sanierungsgebiet Ortskern III mit der geplanten Umgestaltung der Langen Straße und der Perspektive eines Rathausneubaus. Das Krone-Areal bezeichnete Braig als „absolutes Schlüsselgrundstück“, für das derzeit eine umfassende städtebauliche Konzeption erarbeitet werde.
Auch bei der Infrastruktur seien wichtige Schritte gelungen. Besonders hob Braig die Mehrzweckhalle Scharenstetten hervor, deren Bau nach einer langen Phase des Stillstands nun auf der Zielgeraden sei. Einer Einweihung und Nutzung im Jahr 2026 stehe nichts mehr im Wege. Zudem bereite sich die Gemeinde mit dem Feuerwehrbedarfsplan und einem systematischen Krisenmanagement gezielt auf unterschiedliche Szenarien vor.
Die wirtschaftliche Entwicklung bleibe ebenfalls ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde. Mit dem Gewerbegebiet Himmelweiler III sei ein weiterer Entwicklungsschritt gelungen, perspektivisch solle 2026 die Planung für Himmelweiler IV folgen. „Mein herzlicher Dank gilt allen Gewerbetreibenden – ob klein oder groß –, die Arbeitsplätze schaffen, Wertschöpfung vor Ort sichern und einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärke unserer Gemeinde leisten“, so Braig.
Bildung, Betreuung und Ehrenamt als tragende Säulen
Große Bedeutung maß der Bürgermeister auch dem Bereich Bildung und Betreuung bei. Die Vorbereitung auf den ab 2026 geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung an Grundschulen sei eine zentrale Zukunftsaufgabe. Gleichzeitig sei Dornstadt im Bereich der frühkindlichen Bildung sehr gut aufgestellt, etwa mit der Kita „Auf der Apfelwiese“ und der dort gelebten Waterkant-Werkstattpädagogik.
„Ob Schule oder Kita: Bildung und Betreuung leben von den Menschen, die sie gestalten“, betonte Braig und dankte Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern sowie allen Betreuungskräften ausdrücklich für ihre wertvolle und anspruchsvolle Arbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war das Ehrenamt. Ob in Vereinen, bei der Feuerwehr, in der Nachbarschaftshilfe, im Kulturbereich oder in vielen weiteren Initiativen – ehrenamtliches Engagement präge Dornstadt in vielfältiger Weise. „Ehrenamt ist mehr als Mithilfe. Ehrenamt ist eine Vertrauensleistung – für andere, für die Gemeinschaft und für unsere Demokratie vor Ort“, sagte der Bürgermeister unter großem Applaus.
Ausblick: Gespräch, Dialog und Dornstadter Runde
Zum Abschluss seiner Rede blickte Braig nach vorne. Gerade in Zeiten wachsender Polarisierung sei entscheidend, wie mit unterschiedlichen Meinungen umgegangen werde. „Nicht alles muss sofort entschieden werden. Aber es muss möglich sein, im Gespräch zu bleiben.“
Aus diesem Gedanken heraus sei die Dornstadter Runde entstanden – ein gemeinsames Angebot von Pfarrerinnen und Pfarrern, Ortsvorstehern und Bürgermeister. Sie solle Räume für Dialog schaffen, ohne Rechtfertigungsdruck und ohne fertige Antworten. Der Auftakt der Dornstadter Runde ist für den 3. Februar im Bürgersaal geplant.
Mit einem klaren Schlussgedanken endete der offizielle Teil des Neujahrsempfang:
„Vertrauen entsteht nicht von selbst. Aber es wächst dort, wo Menschen einander ernst nehmen und gemeinsam handeln.“
An dieser Stelle herzlichen Dank an die Landfrauen Temmenhausen, die für die hervorragende Bewirtung sorgten, den Kreuzmusikanten für die schöne musikalische Umrahmung und den Gusslochguggern für das überaus unterhaltsame Theaterstück.

