Gemeinde Dornstadt

Seitenbereiche

Jahreszeit wählen

Navigation

Seiteninhalt

Tomerdingen und seine Geschichte

Ortsansicht Tomerdingen
Ortsansicht Tomerdingen

Tomerdingen war als Marktflecken durch die Jahrhunderte hindurch ein Mittelpunkt für die nähere Umgebung. Von einer alten Kulturlandschaft zeugen Funde aus der Jungsteinzeit.

Darunter befinden sich eine „Keltische Viereckschanze“, die Reste eines römischen Gutshofs sowie Hügelgräber aus der Hallstattzeit. Der Name Thormarthingen ist vermutlich auf einen alamannischen Anführer namens „Thomar“ und die Endung „ingen“ auf eine alte Gerichtsstätte zurück zu führen.

Martinuskirche Tomerdingen
Martinuskirche Tomerdingen

Bereits um das Jahr 100 führte ein „Steiniger Weg“ westlich von Tomerdingen von Urspring nach Kirchberg (Alblimes). Um das Jahr 540 wurde Tomerdingen in einen Herrenhof der Alamannen im Unterdorf mit „Marienkirche“ und in einen Herrenhof der Franken mit Eigenkirche „St. Martin“ im Oberdorf geteilt. Die Kirche „St. Martin“ wurde vor dem Jahr 926 von den Ungarn zerstört. Im Jahr 940 erfolgte der Wiederaufbau des Glockenturms. Die St. Martinskirche ist eine der ältesten ländlichen Kirchen in Süddeutschland. Eine weitere Besonderheit ist die Kirchenglocke aus dem 12. Jahrhundert; sie ist die älteste Glocke des Landes. Die Kirche befindet sich seit dem Jahr 1848 im Eigentum der Gemeinde. 

In den Jahren 1122/23 bestätigt Papst Calixt II. den Besitz der Abtei Elchingen. Gründer dieser Benediktinerabtei war Graf Adelbert von Ravenstein und seine Gemahlin Berta, eine Enkelin von Kaiser Heinrich IV. Sie waren Wohltäter der Tomerdinger und Bermaringer Bürgerschaft. Berta, Gräfin von Ravenstein, heiratete nach dem Tod von Adelbert den Grafen Heinrich und gründete nach dessen Tod das Stift Boll. 

Im Jahr 1125 wurde die St. Martinskirche von Papst Honorius III. urkundlich als „capellam Sti martini“ in Tomerdingen erwähnt. Im Jahr 1142 schenkte die Tochter von Graf Albrecht, Luitgart, und deren Gemahl, Markgraf Konrad von Meißen, ihr Erbgut im „Schwäbischen“ dem Kloster Elchingen (über Jahrhunderte hinweg war Tomerdingen eng mit dem Kloster Elchingen verbunden). Ab dem Jahr 1335 gab es zwei Pfarreien im Dorf: Die elchingische Martinspfarrei (Klein-Tomerdingen) und die Liebfrauenpfarrei (Groß-Tomerdingen), welche bis zum Jahr 1693 zur Ulmer Deutschordenskommende gehörte. Außerdem hatte Tomerdingen in dieser Zeit zwei Bürgermeister. Zum elchingischen Pflegeamt Tomerdingen gehörten Dorstadt, Vorder- und Hinterdenkental, Westerstetten und andere Orte. Im Jahr 1634 wurde der Reformator Bonifax Stölzlin von den Tomerdinger Weibern niedergeschrien, so dass die Reformation in Tomerdingen, Dornstadt, Bollingen und Westerstetten keinen Anklang fand. Zum Dank durften die „Tomerdinger Weiber“ in der Martinskirche die rechten Bänke belegen. Im Jahr 1674 wurde die obere Pfarrstelle nach Dornstadt verlegt. Im Jahr 1722 wurde der berühmteste Sohn, der Barock- und Kirchenmaler Josef Wannenmacher geboren (Bilder in Tomerdingen, Scharenstetten, Elchingen, St. Gallen, Rottweil usw.). Im Jahr 1803 fiel Tomerdingen an Bayern, seit dem Jahr 1819 gehörte das Dorf zum Königreich Württemberg. Im Jahr 1843 musste die bisherige Marienkirche einem Neubau Platz machen. Vorher stand an dieser Stelle eine Deutschordenskirche. Im Jahr 1866 wurde in Tomerdingen eine der ersten Feuerwehren mit neuer Fahrzeugspritze gebildet. Brandschatzungen, Kriegswirren u. ä. haben Tomerdingen immer wieder heimgesucht. In der Zeit von 1209/1246 wurde Tomerdingen eingeäschert, 1876 brannten 26 Gebäude ab.

Grundschule Tomerdingen
Grundschule Tomerdingen

Nach dem zweiten Weltkrieg hat Tomerdingen nach und nach die rein bäuerliche Struktur verloren. Neben örtlichen Handwerkern gründete Max Hilscher den ersten größeren Gewerbebetrieb. Heute gibt es zahlreiche Dienstleistungs-, Handwerks- und Gewerbebetriebe (ansässig im Lauteracher Weg). Im Jahr 1953 wurde die neue Volksschule (heutige Grundschule) erbaut und im Jahr 2001 grundlegend saniert. Im Jahr 1975 erfolgte die Gemeindereform, Tomerdingen wurde der Gemeinde Dornstadt angegliedert. Der neue Friedhof mit moderner Leichenhalle wurde fertig gestellt. Tomerdingen zählt heute ca. 1.700 Einwohnerinnen und Einwohner. 

Weitere Informationen

Kontakt

Ortsverwaltung Tomerdingen
Graf-Albrecht-Straße 39
89160 Dornstadt-Tomerdingen
Fon: 07348 21250
Fax: 07348 967097
E-Mail schreiben

Kalender